Unterschied der verschiedenen Signaturen (einfach, fortgeschritten, qualifiziert)

Man unterscheidet verschiedene Formen der elektronischen Signatur, die alle rechtskräftig sind, aber unterschiedliche Beweiskraft haben und daher für sehr unterschiedliche Anwendungsbereiche geeignet sind.

  • Die einfache Signatur hat die geringste Beweiskraft und ist daher für Dokumente geeignet, die mit geringem rechtlichen Risiko verbunden sind. Einfache Signaturen können für formlose Vereinbarungen zum Beispiel für interne Dokumente wie Reisekostenabrechnungen genutzt werden. Auch die Unterschrift auf einem Signaturpad - wie Sie zum Beispiel von Lieferservices genutzt werden - ist eine einfache Signatur.
  • Die fortgeschrittene Signatur wird zusätzlich durch spezielle Normen geregelt und hat daher eine mittlere Beweiskraft. Sie erleichtert im Streitfall die Prüfung der Gültigkeit und wird für Dokumente mit mittleren rechtlichen Risiken eingesetzt, zum Beispiel für B2B-Handelsverträge oder Anmeldung an Portalen. Der Signaturersteller muss bei Bedarf identifizierbar sein. Dies erfolgt zum Beispiel über ein entsprechendes Signaturzertifikat.
  • Die qualifizierte elektronische Signatur hat die höchste Beweiskraft und ist - bis auf wenige Ausnahmen - der eigenhändigen Unterschrift gleich gestellt. Darüber hinaus ist die qualifizierte Signatur in bestimmten Anwendungsfällen (zum Beispiel Arbeitnehmerüberlassung) gesetzlich vorgeschrieben. Die Erstellung einer qualifizierten Signatur erfolgt normalerweise mit einer Signaturkarte und einem Kartenlesegerät. Die Signaturkarte wird von einem Trust-Center ausgegeben und - nach Prüfung der Identität des Antragstellers - mit einem qualifizierten Zertifikat versehen.

Erstellt: Oktober 2019